Mit freiwilligen Beiträgen in die gesetzliche Rentenversicherung den Anspruch auf Altersrente sichern

24.07.2020

Ein Rentenanspruch kann nur entstehen, wenn unter anderem eine bestimmte Wartezeit erfüllt ist. Als Wartezeit bezeichnet man eine bestimmte Mindestversicherungszeit zur gesetzlichen Rentenversicherung.

Je nach Rentenart (Altersrente, Erwerbsminderungsrente…) beträgt die Wartezeit für einen Rentenanspruch 5 Jahre, 20 Jahre, 25 Jahre, 35 Jahre oder 45 Jahre. Die Prüfung, ob die jeweilige Wartezeit erfüllt ist, erfolgt in Monaten – nicht in Jahren.

Bei der Regelaltersrente müssen als persönliche Voraussetzung das Regelrentenalter erreicht (bsp.weise das 67. Lebensjahr) und die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren erfüllt sein. Um überhaupt einen Anspruch auf Regelaltersrente geltend machen zu können, sind mindestens 5 Beitragsjahre bzw. Ersatzzeiten nachzuweisen. Hat sich beispielsweise ein zunächst sozialversicherungspflichtiger Beschäftigter nach 3 Jahren selbständig gemacht und bis zum möglichen Renteneintritt bei Erreichen des Regelrentenalters keine Beiträge mehr in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt, dann kann er keine Altersrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten. Die für 3 Jahre eingezahlten Beiträge waren schlicht umsonst. Grundsätzlich besteht aber die Möglichkeit, durch Zahlung von freiwilligen Beiträgen noch in den Genuss einer Altersrente zu kommen. Eine das ganze Berufsleben selbständig tätige Mütter mit einem Kind erhält 36 Monate rentenrechtliche Zeiten (sog. Ersatzzeiten) anerkannt. Das nützt ihr jedoch nur etwas, wenn sie für weitere 24 Monate freiwillige Beiträge zahlt. Erst dann hat sie die Wartezeit von 60 Monaten erfüllt und einen Anspruch auf eine Altersrente in der gesetzlichen Rentenversicherung. Ist also abzusehen, dass die 60 Monate Wartezeit durch Beitrags- oder Ersatzzeiten aus der Vergangenheit nicht erfüllt werden, ist anzuraten, die fehlenden Beitragszeiten über eine freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Rentenversicherung noch zu erlangen. Es genügt, wenn der jeweils geltende Mindestbeitrag gezahlt wird. Freiwillige Beiträge sind wirksam, wenn sie bis zum 31. März des Folgejahres, für das sie gelten sollen, gezahlt werden. Der monatliche Mindestbeitrag für das Jahr 2019 und auch 2020 beträgt 83,70 EUR. Da keiner von uns Geld zu verschenken hat, sollte zur Vermeidung von finanziellen Nachteilen stets die Möglichkeit einer Zahlung von freiwilligen Beiträgen geprüft werden. Die Deutschen Rentenversicherung ist verpflichtet, die Versicherten dazu konkret zu beraten. Oder Sie sprechen eine Fachanwältin für Sozialrecht an.

Constanze Würfel Rechtsanwältin und Fachanwältin für Sozialrecht